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Armut

Notstand bei Hamburger Tafel

Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Hamburg, sorgt sich um Bedürftige, die auf die Lebensmittelversorgung durch die Hamburger Tafel angewiesen sind. Dort gibt es immer weniger zu verteilen: „Die Politik darf ihre Augen nicht davor verschließen.“

Immer mehr Menschen in der Hansestadt nutzen die Hamburger Tafel. Der gemeinnützige Verein versorgt Bedürftige mit Nahrungsmitteln, die nicht mehr für den Verkauf vorgesehen sind. Doch kurz vor Beginn des Winternotprogramms am 1. November sind die Läger der Tafel nur mäßig gefüllt. Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Hamburg befürchtet, dass Menschen, die auf die Versorgung angewiesen sind, demnächst mit leeren Händen dastehen: „Klar ist, dass hier kurzfristig geholfen werden muss und mehr Spender gefunden werden müssen.“ In diesem Zusammenhang ruft der SoVD dazu auf, die Hamburger Tafel mit einer Spende zu unterstützen: „Jetzt wo es kälter wird, werden noch mehr Menschen auf diese Hilfe angewiesen sein.“ 

Dass Menschen in der deutschen Stadt mit dem höchsten Durchschnittseinkommen sich bei der Hamburger Tafel mit Lebensmitteln eindecken müssen, weil der Hartz-IV-Satz oder die Grundsicherung nicht reicht, empfindet Wicher als einen Skandal: „Wir stehen absolut hinter der Arbeit der Hamburger Tafel. Sie ist gut und sinnvoll. Wer sich allerdings auf diese Art versorgen muss, ist bei uns Mensch zweiter Klasse.“ 

Rund 20.000 Bedürftige kommen in der Hansestadt in die 26 Ausgabestellen der Hamburger Tafel und decken sich mit Lebensmitteln ein, die im Supermarkt nicht mehr verkauft werden dürfen. „Diese Entwicklung ist auch ein deutliches Signal an die Politik: Sie darf ihre Augen nicht vor dem Problem „Armut in der Stadt“ verschließen. Der Senat kann nicht allein auf die Hilfsbereitschaft der Kirchen, Wohltätigkeitsorganisationen und Spender bauen. Wir brauchen dringend ein Konzept, damit die Menschen sich wieder aus eigener Kraft selbst versorgen können“, stellt Wicher klar. Seine Forderung: „Der Hartz-IV-Satz, von dem Langzeitarbeitslose leben müssen, muss angehoben werden! Das gleiche gilt für den Grundsicherungssatz.“ In Bezug auf die Versorgung für Familien und Alleinerziehende mit Kindern fordert Wicher darüber hinaus einen eigenen Grundsicherungssatz für Kinder. In Hamburg ist jedes fünfte Kind von Armut bedroht oder betroffen. Hier sei diese Forderung besonders dringend, sagt Wicher weiter. 




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